Unter Craniomandibulärer Dysfunktion versteht man zusammenfassend eine funktionelle und psychische Fehlregulation der Muskulatur sowie des Kiefergelenks. Unbewußte, lang andauernde muskuläre Verspannungen (reflektorischer Hypo- oder Hypertonus) verschiedener Muskelgruppen stellen eine Ursache für chronische und akute Schmerzzustände des menschlichen Bewegungsapparates dar. Auch im Bereich des Kopfes beobachtet man sie häufig. Sie treten oftmals während des Schlafs oder tagsüber in streßgeladenen Lebenssituationen auf. Daher ist die Selbstkontrolle dieser Prozesse sehr schwierig.
Craniomandibuläre Dysfunktionen können einhergehen mit:
Wichtige Gründe hierfür können unter anderem folgende sein:
Dauernde Anspannung der Kiefer- und Gesichtsmuskulatur kann in Verbindung mit Zähneknirschen, Zähnepressen oder Fehlhaltungen des Unterkiefers die Ursache für Gesichts- und Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen aber auch Zahnschmerzen sein. Ein Therapieansatz zur Behandlung Craniomandibulärer Dysfunktionen ist der mit sogenannten Okklusions- oder Aufbißschienen. Die Funktionsweise einer Okklusionsschiene ist immer die Aufhebung bzw. Idealisierung der bestehenden Kontaktbeziehung der Zähne zueinander. Das Ziel ist eine Änderung der Muskel- und Gelenkfunktion und damit eine Harmonisierung der Kieferrelation. Diese Umstellung der Kieferrelation kann auch das Ziel haben, neuromuskulär positiv auf Haltungs- und Verhaltensstörungen einzuwirken. Ein weiterer Effekt ist die Erniedrigung der Muskelaktivität durch die Erhöhung der Vertikaldimension. Durch die Änderung dieser wird das bestehende Kraft-Längen-Verhältnis der Kaumuskeln verändert und über den Muskeleigenreflex das Aktivitätsniveau in den extrafusalen Fasern der Muskulatur gesenkt.
Wichtige andere Behandlungsansätze sind die Physiotherapie, spezielle gymnastische Übungen und Wärmebehandlung.